Bernot / Hellwig / Nichterl | Gesund leben mit Chinesischer Medizin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 216 Seiten

Reihe: Yang Sheng

Bernot / Hellwig / Nichterl Gesund leben mit Chinesischer Medizin

Ganzheitlich vorsorgen und Beschwerden lindern
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96238-544-6
Verlag: oekom verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ganzheitlich vorsorgen und Beschwerden lindern

E-Book, Deutsch, Band 1, 216 Seiten

Reihe: Yang Sheng

ISBN: 978-3-96238-544-6
Verlag: oekom verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



YANG SHENG - Ihr Programm für Gesundheit & Lebenspflege beinhaltet Maßnahmen zur Verbesserung Ihres körperlichen Wohlbefindens sowie Ihres seelischen Gleichgewichts - und damit Methoden zur Vermeidung von Krankheiten. Band 1 der Buchreihe führt Sie ein in die Gedankenwelt der Chinesischen Medizin im Allgemeinen und von Yang Sheng im Besonderen. In diesem Buch finden Sie unter anderem: - verständliche Informationen zu Konzepten wie Qi, Yin & Yang oder den Fünf Wandlungsphasen - typgerechte Tipps und Anregungen, etwa für Entspannung und Erhalt Ihrer mentalen Leistungsfähigkeit - viele Wohlfühlrezepte nach der Fünf-Elemente-Lehre - Rezepte für Tees sowie Kräuterempfehlungen für Ihre Hausapotheke - Bewegungsübungen für jeden Tag sowie wohltuende Akupressurtechniken

Johannes Bernot war als Therapeut in der TCM-Klinik Bad Kötzting tätig und arbeitet jetzt in seiner Praxis für Chinesische Medizin in Hamburg. Er absolvierte in China den Bachelor bzw. Master of Medicine mit Schwerpunkt Akupunktur, Tuina sowie klassischer Syndromdiagnostik des Shang Han Lun.
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Weitere Infos & Material


Das Rad der Wandlungen – die Fünf Wandlungsphasen


Ein weiterer Denkansatz in der Chinesischen Medizin ist die Theorie der Fünf Wandlungsphasen bzw. Fünf Elemente. Sie beschreibt in der Natur beobachtbare Phänomene, die alle Prozesse im Kosmos abbilden. Auf dieser Grundlage hat sich ein umfassendes System von Charakteristika herausgebildet, das sich sowohl auf Phänomene in der Natur als auch im Menschen bezieht.

Das Konzept der Fünf Wandlungsphasen


Die Fünf Wandlungsphasen sind (in dieser Reihenfolge):
  • Holz
  • Feuer
  • Erde
  • Metall
  • Wasser
Sie stehen in einer zyklischen Beziehung zueinander. Der wichtigste Zyklus ist der sogenannte Hervorbringungszyklus, der auch »Mutter-Kind-Zyklus« genannt wird. Hier stehen jeweils zwei Wandlungsphasen in einer Mutter-Kind-Beziehung – eine Wandlungsphase ist die Mutter der im Zyklus folgenden Wandlungsphase. Wir können auch sagen: Eine Wandlungsphase bringt die nachfolgende hervor bzw. nährt sie.
  • Holz nährt das Feuer.
  • Feuer nährt die Erde.
  • Erde nährt das Metall.
  • Metall nährt das Wasser.
  • Wasser nährt das Holz.
Eine weitere zyklische Beziehung wird mit dem sogenannten Kontrollzyklus beschrieben. Eine Wandlungsphase kontrolliert eine andere und wird gleichzeitig von einer anderen kontrolliert. Diese Beziehung ist wichtig, da sie sicherstellt, dass eine Wandlungsphase nicht zu dominant oder zu schwach wird – die Wandlungsphasen gleichen sich untereinander aus.
schwarze Pfeile: Hervorbringungszyklus
graue Pfeile: Kontrollzyklus
Der Hervorbringungs- und Kontrollzyklus wird in der folgenden Grafik veranschaulicht.
Die Charakteristika für jede der Fünf Wandlungsphasen sind typisch für das Denken im alten China. Sie drücken aus, dass jeder Zustand im Makro- wie auch Mikrokosmos unter dem Einfluss einer bestimmten Wandlungsphase steht. Die Beziehung zwischen den verschiedenen Wandlungsphasen erklärt sich durch die Resonanz, die alle Phänomene untereinander haben. Einige der wichtigsten Charakteristika der Fünf Wandlungsphasen sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Entsprechungen der Fünf Wandlungsphasen
Holz
Feuer
Erde
Metall
Wasser
Jahreszeit
Frühling
Herbst
Winter
Himmelsrichtung
Osten
Süden
Mitte
Westen
Norden
Farbe
Grün
Rot
Gelb
Weiß
Schwarz
Klimatischer Faktor
Wind
Hitze
Feuchtigkeit
Trockenheit
Kälte
Entwicklungsphase
Geburt
Wachstum
Transformation
Ernte
Speicherung

Die Fünf Wandlungsphasen in der Chinesischen Medizin


In der Chinesischen Medizin ist die Theorie der Fünf Wandlungsphasen einer der zentralen Ansätze zur Erklärung der regulären und der krankhaften Prozesse im Körper des Menschen (Physiologie und Pathologie). Gleichzeitig ist sie auch ein wichtiges diagnostisches Instrument und bildet damit die Grundlage für therapeutische Strategien.
Die Fünf Wandlungsphasen und ihre Entsprechungen im Körper
In der Chinesischen Medizin sind die inneren Organe, aber auch weitere Aspekte wie Sinnesorgane, Gewebe und Emotionen den Fünf Wandlungsphasen zugeordnet. Dadurch werden Zusammenhänge zwischen Körperstrukturen, Emotionen und weiteren Phänomenen erkennbar, die in unserem westlichen Denken oft keine Beachtung finden.
Die Chinesische Medizin steht für Ganzheitlichkeit – nur wenn Körper, Geist und Seele in Balance sind, fühlen wir uns gut
Eine Übersicht über die wichtigsten Aspekte der Fünf Wandlungsphasen in der Chinesischen Medizin finden Sie in folgender Tabelle.
Fünf Wandlungsphasen in der Chinesischen Medizin
Holz
Feuer
Erde
Metall
Wasser
Organe
Leber, Gallenblase
Herz, Dünndarm, Perikard, Dreifacher Erwärmer
Milz, Magen
Lunge, Dickdarm
Niere, Blase
Sinnesorgan
Augen
Zunge
Mund
Nase
Ohren
Gewebe
Sehnen
Blutgefäße
Muskeln
Haut
Knochen
Farbe
Grün
Rot
Gelb
Weiß
Schwarz
Emotion
Zorn, Wut
Freude
Nachdenken, Grübeln
Trauer
Angst
Geruch
Ranzig
Versengt
Duftend
Verfault
Modrig
Laut
Schreien
Lachen
Singen
Weinen
Stöhnen
Geschmack
Sauer
Bitter
Süß
Scharf
Salzig
Oben haben wir Ihnen gezeigt, wie die Fünf Wandlungsphasen über den Hervorbringungs- und Kontrollzyklus miteinander zusammenhängen. Über diese beiden Zyklen können wir auch die Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den Organen beschreiben:
  • Die Leber (Holz) nährt das Herz (Feuer).
  • Das Herz (Feuer) nährt die Milz (Erde).
  • Die Milz (Erde) nährt die Lunge (Metall).
  • Die Lunge (Metall) nährt die Niere (Wasser).
  • Die Niere (Wasser) nährt die Leber (Holz).
Darüber hinaus sollten sich die Organe gegenseitig kontrollieren und »in Schach halten«: So kontrolliert die Leber (Holz) die Milz (Erde), das Herz (Feuer) kontrolliert die Lunge (Metall) usw.
Wenn Störungen und Krankheiten auftreten, die mit einem Organ (z. B. der Leber) verbunden sind, reicht es deshalb nicht, nur dieses eine Organ zu behandeln. Es muss auch bedacht werden, ob vielleicht »die Mutter« des Organs (in diesem Fall die Niere) oder das kontrollierende Organ (in diesem Fall die Lunge) Störungen aufweisen und mitbehandelt werden müssen.
Hier zeigt sich: In der Chinesischen Medizin werden nicht einfach die Symptome behandelt, sondern die tiefer liegenden Ursachen.
Die folgende Abbildung veranschaulicht die Zusammenhänge zwischen den Fünf Wandlungsphasen und den inneren Organen. Da Milz/Magen in der Chinesischen Medizin eine zentrale Rolle spielen, wird die Wandlungsphase Erde in manchen Darstellungen auch in der Mitte platziert.
Genaueres über die Aufgaben der inneren Organe erfahren Sie auf Geniales Konzert – Organe und Funktionskreise.
schwarze Pfeile: Hervorbringungszyklus
graue Pfeile: Kontrollzyklus
Die Fünf Wandlungsphasen in der Diagnostik
In der Diagnostik der Chinesischen Medizin ist die Theorie der Fünf Wandlungsphasen von großer Bedeutung. Die Wandlungsphasen mit ihren Eigenschaften lassen eine ganzheitliche und differenzierte Diagnose des Geschehens im Menschen zu. Hier ein paar Beispiele.
Gesichtsfarbe
Jeder Wandlungsphase ist eine Farbe zugeschrieben. In der Chinesischen Medizin wird daher die Gesichtsfarbe (bzw. -farben) genau betrachtet.
  • Eine grünliche Gesichtsfarbe zeigt eine Disharmonie in der Wandlungsphase Holz an, die sich in einer Stagnation des Leber-Qi äußert.
  • Eine rote Gesichtsfarbe zeigt eine Disharmonie in der Wandlungsphase Feuer an, die durch sogenanntes Herz-Feuer verursacht sein kann.
  • Eine gelbe Gesichtsfarbe steht für eine Qi-Schwäche der Milz (Wandlungsphase Erde).
  • Ist ein Gesicht sehr weiß, kann man einen Rückschluss auf eine Disharmonie in der Wandlungsphase Metall ziehen, die in einer Schwäche des Lungen-Qi besteht.
  • Ist die Gesichtsfarbe gräulich-schwarz, können wir auf eine Disharmonie in der Wandlungsphase Wasser schließen. Sehen wir dabei ein stumpfes Grauschwarz, liegt vermutlich...


Bernot, Johannes
Johannes Bernot war als Therapeut in der TCM-Klinik Bad Kötzting tätig und arbeitet jetzt in seiner Praxis für Chinesische Medizin in Hamburg. Er absolvierte in China den Bachelor bzw. Master of Medicine mit Schwerpunkt Akupunktur, Tuina sowie klassischer Syndromdiagnostik des Shang Han Lun.

Nichterl, Claudia
Claudia Nichterl, promovierte Ernährungswissenschaftlerin, gibt ihr Wissen in Sachen Ernährung nach der Chinesischen Medizin als Beraterin und Dozentin an diversen Ausbildungsinstituten weiter. Sie veranstaltet Kochkurse, Seminare und Vorträge und veröffentlichte viele erfolgreiche Bücher zum Thema.

Tetling, Christiane
Christiane Tetling arbeitet seit 1997 als TCM- und Tuina-Therapeutin in eigener Praxis in Dortmund. Sie absolvierte ein mehrjähriges Studium der Chinesischen Medizin und ist im Bereich Aus- und Weiterbildung der AGTCM tätig. Innerhalb der Reihe ist sie für die Kapitel zur Selbstmassage und Akupressur zuständig.

Hellwig, Andrea
Andrea Hellwig ist Gastprofessorin an der TCM-Universität Chengdu, China. Sie führt seit 2011 als Heilpraktikerin eine eigene Praxis für Chinesische Medizin mit den Schwerpunkten Akupunktur, Arzneimitteltherapie und Diätetik. Seit 2014 leitet sie als Erste Vorsitzende die AGTCM, einen der wichtigsten Fachverbände für Chinesische Medizin in Deutschland.

Schramm, Helmut
Helmut Schramm studierte bei den besten Meistern Kampf-, Heil- und Bewegungskünste wie Aikido, Judo, Taekwon Do, Kung Fu, Taiji Quan und Qi Gong. Er ist vielfacher Deutscher-, Europa- und Weltmeister sowie als Dozent und professioneller Ausbilder tätig.



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