Volkert Die Kindertagesstätte als Bildungseinrichtung
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-531-91216-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Neue Konzepte zur Professionalisierung in der Pädagogik der frühen Kindheit
E-Book, Deutsch, 139 Seiten, Web PDF
Reihe: Management - Bildung - Ethik
ISBN: 978-3-531-91216-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die Pädagogik der frühen Kindheit und der Kindergarten als klassischer Ort begleitender Erziehung stehen im Fokus der öffentlichen Diskussion. Mit Programmen wie Orientierungs- und Bildungsplänen der Länder, wird eine Professionalisierung der Arbeit in Kindertagesstätten angestrebt. Werner Volkert verdeutlicht auf Basis seiner langjährigen, praktischen Erfahrung die theoretischen Hintergründe für die Praxis. Er beschreibt die aktuellen Ergebnisse der Kognitions- und Hirnforschung und entwickelt einen modernen Bildungsansatz. Anhand einer aktuell durchgeführten Befragung zeigt er, wie VertreterInnen von evangelischen Kindertagesstätten ihren Auftrag definieren und ausfüllen und entwickelt ein Managementkonzept für die Kindertagesstätte als Bildungseinrichtung. Das St. Galler Modell dient dabei als Grundlage für einen professionellen Ansatz, der die MitarbeiterInnen als wesentlichen Erfolgsfaktor erkennt und in die Strukturen nach den Grundsätzen des Empowerment, der gegenseitigen Ermächtigung, einbezieht. Der Autor bietet mit diesem Buch eine praxisorientierte Handreichung zur Professionalisierung von Kindertagesstätten, die sich als Bildungseinrichtungen verstehen.
Zielgruppe
Research
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Was die Kindertageseinrichtung zur Bildungseinrichtung macht.- Ergebnisse einer Trägerbefragung zu den Themen: Bildungsbegriff, Leitungsverständnis, Mitarbeiterführung.- Ein Managementkonzept für Kindertageseinrichtungen.- Den notwendigen Wandel professionell organisieren.
Den notwendigen Wandel 4 professionell organisieren (S. 126-127)
Die Kognitionsforschung hat ergeben, dass die Prozesse der Bildung die Entwicklung der Persönlichkeit bei Kindern in besonderem Maße fördert. Um die Bildungsprozesse zu ermöglichen sind Zeit, die Interaktion mit Kindern und eine emotionale Beziehung zu ihnen notwendig. Bildung ist nicht beschränkt auf bestimmte Lebensabschnitte. Sie ist ein fortwährender Prozess. Auch die Verantwortlichen einer Kindertageseinrichtung sind sowohl im Prozess der Bildung von Kindern, als auch in einem eigenen Bildungsprozess, Initiierende und Betroffene zugleich.
Das NEUE ST. GALLER MANAGEMENT-MODELL hilft, diese Prozesse des Systems Kindertageseinrichtung zu betrachten und die Prozesse zum Wandel einzuleiten, durchzuführen und sicher zu stellen. Dieses Modell betrachtet ganzheitlich ein System: Die Schöpfung, die Gesellschaft, die Menschen, das Umfeld der Menschen die in besonderem Maße mit der Einrichtung verbunden sind, die Menschen die innerhalb der Einrichtung und in den Kirchengemeinden leben. Es betrachtet die Abläufe innerhalb der Einrichtung, verbindet die ethisch-normative Grundausrichtung mit diesen Prozessen. Es bezieht die Interessen aller Beteiligten in das System Kindertageseinrichtung mit ein.
Dabei ist eine konsequente Ausrichtung auf die Interessen der Kunden, der Kinder und der Eltern, Grundprinzip des NEUEN ST. GALLER MANAGEMENT-MODELLS. Mit diesem Modell lassen sich die generierten Handlungsoptionen umsetzen. Die Prozesse der Entwicklung einer Kindertageseinrichtung in eine Bildungseinrichtung sind komplex. Mit Hilfe des NEUEN ST. GALLER MANAGEMENT-MODELLS kann in einem Prozess, an dem möglichst alle an der Planung und Durchführung beteiligt werden, die Organisation Kindertageseinrichtung ganzheitlich weiterentwickelt werden. Geklärt werden könnte, mit welchem Profil und mit welchem Leistungsangebot die Kindertageseinrichtung als Bildungseinrichtung an den Markt der Kindertagesplätze geht.
Dieser Prozess würde im hohen Maße sowohl eine Personalentwicklung, als auch eine Organisationsentwicklung zur Folge haben. Welche Managementaufgaben nehmen TrägervertreterInnen wahr und welche werden von den MitarbeiterInnen in welchen Prozessen geklärt? Es werden keine neuen Aufgabenfelder generiert, sondern die vorhandenen analysiert und in einen neuen Zusammenhang gestellt. Dieses bewusste Handeln führt zu einem hohen Selbstbewusstsein und zu einem qualitativen Bewusstsein.
Zusammenfassend möchte ich die nach meiner Meinung wichtigsten Gründe benennen, die für die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtung sprechen:
Motivation der MitarbeiterInnen Die Leistungsfähigkeit einer Kindertageseinrichtung hängt entscheidend von der Qualität der MitarbeiterInnen ab. Durch den beschriebenen Prozess kann es gelingen, die MitarbeiterInnen in hohem Maße für die Mitarbeit in der Organisation Kindertageseinrichtung zu motivieren. Die Motivationsforschung zeigt, dass MitarbeiterInnen die hoch motiviert sind, sich mit ihrer Einrichtung identi.zieren können, wenn sie in ihrer Tätigkeit gefordert werden und diese mitgestalten können. Das NEUE ST. GALLER MANAGEMENT-MODELL hat diese Motivation besonders im Blick. Es hilft, die notwendigen Entwicklungsschritte zu gehen und zu institutionalisieren. Das Konzept für die Begleitung und Betreuung von Kindertageseinrichtungen darf nicht personenbezogen und zufällig sein.




